SM und Sicherheit: Erste Hilfe
So sehr man sich auch um Sicherheit bemüht, es kann bei SM manchmal etwas schief gehen. Auch der erfahrenste Spieler ist vor Unfällen nicht gefeit. Deswegen sind Grundkenntnisse der Ersten Hilfe unerläßlich. Ich empfehle jedem, einen Erste-Hilfe Kurs zu absolvieren, um bei Unfällen geeignete Hilfe leisten zu können.Hier finden sich einige Tips, wie man sich verhalten sollte, wenn trotz aller Sicherheitsvorkehrungen doch einmal etwas passieren sollte:
1. Blutungen und Schürfwunden
Sowohl bei Schlagspielen, als auch beim kann es immer wieder zu Blutungen oder Schürfwunden kommen. Hier einige Tips zum Umgang damit:- Wenn man sich nicht sicher ist, daß man selbst und der Partner keine ansteckenden Krankheiten, wie z.B. AIDS oder Hepatitis, hat, sollte man als erstes Handschuhe (aus Latex) anziehen
- Kleine, leichte Blutungen kann man durch Druck auf die Wunde stillen. Die Stelle sollte gereinigt und desinfiziert werden (mit Kodan oder Cutasept - Sakrotan ist ungeeignet, da es Allergien auslösen kann). Danach die Wunde mit einem Pflaster oder einer sterilen Kompresse verbinden. Zur Nachsorge von Wunden eignet sich Braunovidon (gleiches Produkt wie Betaisadona, aber billiger).
- Die Blutung hört schneller auf, wenn sie mit Eis gekühlt wird (am besten "Coolpacks" aus der Apotheke). Eis wirkt außerdem gegen Schwellungen und Blutergüsse.
- Sollte sich die betreffende Stelle entzünden oder eitern, so ist auf jeden Fall ein Arzt aufzusuchen.
- Wenn das Blut aus der Wunde spritzt oder die Blutung nicht in wenigen Minuten gestoppt werden kann, so besteht die Gefahr, daß man ein größeres Blutgefäß erwischt hat. Hier sollte man den Bottom ruhig lagern, an der betreffenden Stelle einen Druckverband anlegen und den Notarzt verständigen.
2. Verbrennungen
Verbrennungen kommen vor allem durch Wachsspiele. Vorbeugen kann man ihnen, indem man nicht zu heiße Kerzen (kein Bienenwachs!) verwendet und langsam anfängt, um zu testen, wie die Haut des Bottom auf Hitze reagiert.- Bei leichten Verbrennungen ersten Grades (gerötete Haut) sollte man kaltes Wasser über die Stelle laufen lassen oder mit Eis (Coolpacks) kühlen, um eine weitere Schädigung des Gewebes durch angestaute Hitze zu verhindern. Gute Dienste erfüllen auch abgekühlte Teebeutel oder Kartoffeln.
- Verbrennungen zweiten Grades (Blasenbildung) sollte man ebenfalls abkühlen. Danach die betroffene Stelle mit einer sterilen Kompresse verbinden. Blasen auf keinen Fall selbst aufstechen. Sollte sich die Wunde entzünden, so ist auf jeden Fall ein Arzt zu konsultieren.
- Verbrennungen dritten Grades (verkohlte Haut oder weiße, schmerzunempfindliche Stellen) sind ein Fall für den Arzt. Mit einer sterilen Kompresse verbinden und den Hausarzt (oder den Notdienst) aufsuchen.
3. Schwindelgefühle und Ohnmacht
SM stellt eine nicht unwesentliche Belastung für den Organismus des Bottoms dar. Besonders bei anfälligen Bottoms kann es zu Kreislaufbeschwerden kommen. Tritt dieser Fall ein, sollte man sich folgendermaßen verhalten:- Als erstes alle Fesselungen und Knebel entfernen, um eine sichere Atmung des Bottom zu gewährleisten.
- Wenn der Bottom bei Bewußtsein ist: aufs Bett (oder Boden) legen und die Füße hoch lagern (mit Kissen oder Stuhl). Sollte sich nach ca. 30 Minuten keine Besserung erfolgen, sollte man einen Arzt aufsuchen.
- Wenn der Bottom bewußtlos ist, oder immer wieder bewußtlos wird, bzw. desorientiert wirkt, bringt man den Bottom in die stabile Seitenlage (lernt man im Erste-Hilfe Kurs). Danach sollte man sofort einen Arzt verständigen.
4. Was braucht man für die erste Hilfe?
Folgende Dinge sollte man der Hausapotheke haben:- Pflaster in verschiedenen Größen zum Abdecken kleinerer Wunden
- Coolpack (im Gefrierfach lagern) zum Kühlen von Verbrennungen und zur Stillung kleinerer Blutungen
- steriles Verbandszeug und Kompressen zum Abdecken von Wunden
- hautfreundliches Klebeband zum Fixieren von Verbänden
- Desinfektionsmittel zur Wundreinigung (Kodan oder Cutasept aus der Apotheke)
- Handschuhe gegen Infektionen
- Braunovidon zur Nachsorge bei Wunden
5. Sollte ein wirklicher Notfall auftreten:
- Ruhe bewahren!
- Einen Arzt aufsuchen, oder ggf. einen Notarzt verständigen. Ihr braucht keine Angst haben, Ärzte und Notfallpersonal sind an die Schweigepflicht gebunden und haben schon mehr in ihrer Karriere gesehen, als Ihr Euch denken könnt. (Sadomasochismus gilt übrigens in der Medizin seit 1994 und DSM IV nicht mehr als Perversion oder krank!)
- Dem Arzt offen sagen was passiert ist. Wenn Ihr dem Arzt nicht offen gegenüber seid, kann wertvolle Zeit verloren gehen. Lieber einen roten Kopf bekommen, als gesundheitliche Risiken oder bleibende Schäden in Kauf nehmen!!!
© 1997 - 2008
Der Autor haftet nicht für die Richtigkeit der Informationen.
Eine Weiterverwertung ist nur mit Genehmigung des Autoren zulässig.
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